Nach dem Schlaganfall – der Weg zurück in die Mobilität

Ein Schlaganfall verändert das Leben in Sekunden. Plötzlich funktioniert der Körper nicht mehr so wie vorher – ein Arm lässt sich nicht bewegen, ein Bein gibt nach, das Sprechen fällt schwer. Für Betroffene und Angehörige beginnt eine Zeit voller Fragen und Unsicherheit.

Die gute Nachricht: Das Gehirn ist lernfähig. Mit der richtigen Rehabilitation, den passenden Hilfsmitteln und viel Geduld gewinnen viele Schlaganfall-Patienten einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit zurück. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Hilfsmittel nach einem Schlaganfall helfen und wie KRIEGER Sie auf dem Weg begleitet.


Was passiert bei einem Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – entweder durch ein verstopftes Blutgefäß (ischämischer Schlaganfall, ca. 85 %) oder durch eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall, ca. 15 %). Nervenzellen sterben ab, und die Funktionen, die dieser Hirnbereich steuerte, fallen aus.

Die Folgen sind so vielfältig wie die betroffenen Hirnregionen:

  • Halbseitenlähmung (Hemiparese) – Arm und/oder Bein einer Körperseite sind geschwächt oder gelähmt
  • Spastik – Muskeln verkrampfen sich unkontrolliert
  • Gleichgewichtsstörungen – unsicherer Gang, Sturzgefahr
  • Fußheberschwäche – der Fuß kann nicht mehr aktiv angehoben werden, Stolpergefahr
  • Eingeschränkte Handfunktion – Greifen, Halten, Feinmotorik fallen schwer
  • Sprach- und Schluckstörungen
  • Kognitive Einschränkungen – Konzentration, Orientierung, Gedächtnis

Die Rehabilitation nach dem Schlaganfall

Die Reha beginnt so früh wie möglich – oft schon auf der Stroke Unit im Krankenhaus. Der Weg zurück verläuft in Phasen:

Phase 1: Akutbehandlung (Krankenhaus)

Stabilisierung, erste Mobilisierung, Schlucktraining. Bereits hier werden die Weichen für die Rehabilitation gestellt.

Phase 2: Stationäre Rehabilitation (Reha-Klinik)

Intensive Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie. Hier werden die größten Fortschritte erzielt. Dauer: 3 bis 6 Wochen, bei Bedarf auch länger.

Phase 3: Ambulante Rehabilitation (zu Hause)

Nach der Entlassung geht die Therapie ambulant weiter. Jetzt wird es konkret: Wie komme ich zu Hause zurecht? Welche Hilfsmittel brauche ich? Wie gestalte ich meinen Alltag?

Genau hier kommen wir ins Spiel. Bei KRIEGER begleiten wir Sie in Phase 3 – mit den passenden Hilfsmitteln, Physiotherapie und unserem Neuro Case Management.


Hilfsmittel nach dem Schlaganfall

Die richtigen Hilfsmittel machen den Unterschied zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit. Welche Versorgung für Sie die richtige ist, hängt von Ihren individuellen Einschränkungen ab.

Orthesen

Orthesen sind oft das zentrale Hilfsmittel nach einem Schlaganfall. Sie gleichen Lähmungen und Fehlstellungen aus und ermöglichen Bewegungen, die ohne sie nicht möglich wären.

Fußheberorthesen – bei Fußheberschwäche (Peronaeuslähmung). Der Fuß kann nicht mehr aktiv angehoben werden und schleift beim Gehen über den Boden. Eine Fußheberorthese hält den Fuß in der richtigen Position und verhindert Stolpern.

Unterschenkelorthesen (AFO) – stabilisieren Fuß und Sprunggelenk bei Spastik oder Lähmung. Es gibt starre und dynamische Modelle – je nach Restfunktion.

Knie-Knöchel-Fuß-Orthesen (KAFO) – bei schwererer Lähmung, die auch das Knie betrifft. Ermöglichen das Stehen und Gehen, wenn Knie und Fuß keine ausreichende Kraft haben.

Handorthesen – Lagerungsorthesen halten die Hand in einer funktionellen Position und verhindern Kontrakturen. Funktionsorthesen unterstützen Greifbewegungen.

Unsere Orthopädietechniker fertigen Schlaganfall-Orthesen individuell in unserer Werkstatt – Post-Polio- und Schlaganfall-Orthesen sind eine Kernkompetenz unseres Teams.

Orthesen bei KRIEGER

Rollstühle

Nicht jeder Schlaganfall-Patient braucht dauerhaft einen Rollstuhl – aber in der Übergangsphase kann er Mobilität und Sicherheit geben:

  • Leichtgewichtrollstühle – für die Phase, in der das Gehen noch zu unsicher ist
  • Rollstühle mit Einhandantrieb – speziell für halbseitig gelähmte Patienten, die den Rollstuhl mit einer Hand und einem Fuß antreiben
  • Elektrorollstühle – bei schwerer Lähmung, steuerbar mit der funktionierenden Hand

Rollstühle bei KRIEGER

Gehhilfen

Viele Schlaganfall-Patienten lernen wieder zu gehen – mit Unterstützung:

  • Vierpunktgehstützen – bieten mehr Stabilität als einfache Gehstützen
  • Rollatoren – für sicheres Gehen mit Sitzgelegenheit für Pausen
  • Gehstöcke – für Patienten mit leichterer Einschränkung

Rollatoren bei KRIEGER

Alltagshilfen

Der Alltag mit einer Halbseitenlähmung stellt viele kleine Herausforderungen:

  • Einhandschneidebretter – Essen vorbereiten mit einer Hand
  • Ergonomisches Besteck – dickere Griffe, abgewinkelt, rutschfest
  • Anziehhilfen – Knöpfhilfe, Strumpfanzieher, Schuhanzieher mit langem Griff
  • Badezimmerhilfen – Duschstuhl, Haltegriffe, Toilettensitzerhöhung
  • Griffverdickungen – für Stifte, Zahnbürsten und Werkzeuge

Alltagshilfen bei KRIEGER

Sicherheit im Bad


Neuro Case Management – unser ganzheitlicher Ansatz

Bei KRIEGER haben wir speziell für Patienten mit neurologischen Erkrankungen das Neuro Case Management entwickelt. Es verbindet Orthopädietechnik und Physiotherapie unter einem Dach – in unserem Sanitätshaus und Bewegungsschule an der Neversstraße in Koblenz.

Was das für Sie bedeutet

  • Ein Team, ein Plan – Orthopädietechniker und Physiotherapeuten arbeiten gemeinsam an Ihrer Versorgung
  • Hilfsmittel + Therapie – Ihre Orthese wird nicht einfach angepasst, sondern in Ihren Therapieplan integriert
  • Langfristige Begleitung – wir begleiten Sie über Monate, nicht nur bei der Übergabe
  • Kurze Wege – Werkstatt, Therapieraum und Beratung an einem Standort

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserem Fachportal: neurocasemanagement.de

Neuro Case Management bei KRIEGER


Physiotherapie und Gangschule

In unserer Geh- und Bewegungsschule an der Neversstraße in Koblenz bieten wir spezialisierte Therapie für Schlaganfall-Patienten:

  • Gangschulung – sicheres Gehen neu erlernen, mit und ohne Hilfsmittel
  • Neurophysiologische Behandlung – Bobath, PNF und andere Konzepte zur Wiederherstellung von Bewegungsmustern
  • Gleichgewichtstraining – Sturzprophylaxe und Koordination
  • Kraftaufbau – gezieltes Training der geschwächten Muskulatur
  • ADL-Training – Alltagsaktivitäten trainieren (Anziehen, Waschen, Treppensteigen)
  • Prothesen- und Orthesenbegleitung – Ihre Hilfsmittel in die Therapie integrieren

Ganganalyse bei KRIEGER


Tipps für Angehörige

Ein Schlaganfall betrifft nie nur den Patienten – auch Angehörige stehen vor enormen Herausforderungen:

  • Geduld haben – Fortschritte kommen oft langsam. Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg.
  • Helfen, aber nicht übernehmen – lassen Sie den Betroffenen so viel wie möglich selbst machen. Selbstständigkeit stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Die eigene Gesundheit nicht vergessen – pflegende Angehörige brauchen auch Pausen. Nutzen Sie Entlastungsangebote.
  • Wohnumfeld anpassen – Stolperfallen beseitigen, Haltegriffe anbringen, Möbel umstellen. Unsere Wohnumfeldberatung hilft Ihnen dabei.
  • Pflegegrad beantragen – nach einem Schlaganfall stehen Ihnen oft Leistungen der Pflegeversicherung zu.
  • Sich informieren – Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen bieten Austausch und Unterstützung.

Wohnumfeldberatung bei KRIEGER

Ratgeber Pflegegrad beantragen


Wohnumfeld anpassen

Die Rückkehr nach Hause ist ein wichtiger Moment – und das Zuhause muss dafür vorbereitet sein:

  • Schwellen und Teppiche entfernen – Stolpergefahr!
  • Haltegriffe im Bad, Flur und am Bett anbringen
  • Duschstuhl und Toilettensitzerhöhung einbauen
  • Wege breit genug für Rollstuhl oder Rollator
  • Nachtlichter mit Bewegungsmelder
  • Telefon und Notruf in Reichweite

Unsere Wohnumfeldberater kommen zu Ihnen nach Hause und helfen bei der Planung. Viele Umbauten werden von der Pflegekasse mit bis zu 4.000 € pro Maßnahme bezuschusst.

Ratgeber Sturzprophylaxe


Ihre Versorgung nach dem Schlaganfall bei KRIEGER

Wir begleiten Sie und Ihre Angehörigen auf dem Weg zurück in den Alltag – mit allem, was dafür nötig ist:

  • Individuelle Orthesen aus unserer Werkstatt (Post-Polio- und Schlaganfall-Orthesen = unsere Kernkompetenz)
  • Rollstühle, Gehhilfen und Rollatoren
  • Alltagshilfen für Küche, Bad und Anziehen
  • Physiotherapie und Gangschule in unserer Bewegungsschule
  • Neuro Case Management – Orthopädietechnik + Physiotherapie an einem Standort
  • Wohnumfeldberatung bei Ihnen zu Hause
  • Abwicklung mit Krankenkasse und Pflegekasse

KRIEGER Sanitätshaus und Bewegungsschule
Neversstraße 1–5 · 56068 Koblenz
Tel.: 0261 9217 69-0

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Häufige Fragen nach dem Schlaganfall

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einem Schlaganfall?

Die intensivste Phase der Rehabilitation dauert in der Regel 3 bis 6 Monate. Verbesserungen sind aber auch noch Monate und Jahre danach möglich. Das Gehirn kann sich reorganisieren – man spricht von Neuroplastizität. Je konsequenter die Therapie, desto besser die Ergebnisse.

Übernimmt die Krankenkasse die Hilfsmittel?

Ja, Orthesen, Rollstühle, Gehhilfen und Alltagshilfen sind anerkannte Hilfsmittel. Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Sie zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung. Auch Physiotherapie wird auf Rezept verordnet.

Brauche ich nach einem Schlaganfall einen Pflegegrad?

Viele Schlaganfall-Patienten haben Anspruch auf einen Pflegegrad. Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich – idealerweise noch während des Krankenhausaufenthalts. Die Leistungen werden ab dem Tag der Antragstellung gewährt.

Kann ich nach einem Schlaganfall wieder gehen lernen?

Ja, viele Schlaganfall-Patienten lernen wieder zu gehen – mit Physiotherapie, Gangschulung und den passenden Hilfsmitteln. Eine Fußheberorthese kann das Gehen erheblich sicherer machen. In unserer Bewegungsschule trainieren wir mit Ihnen Schritt für Schritt.

Was ist Neuro Case Management?

Unser Neuro Case Management verbindet Orthopädietechnik und Physiotherapie in einem ganzheitlichen Versorgungskonzept. Ihre Hilfsmittel werden nicht einfach angepasst, sondern in Ihren Therapieplan integriert. Wir begleiten Sie langfristig – über Monate, nicht nur bei der Übergabe.

Wann bekomme ich meine Orthese?

Individuelle Orthesen werden in unserer Werkstatt in Koblenz gefertigt. Von der Abformung bis zur Fertigstellung dauert es in der Regel 2 bis 4 Wochen. Bei dringendem Bedarf sprechen Sie uns an – wir finden eine Lösung.

Können auch Angehörige Kontakt aufnehmen?

Selbstverständlich. Oft sind es Angehörige, die den ersten Schritt machen. Rufen Sie uns an oder kommen Sie vorbei – wir beraten Sie gerne und klären gemeinsam, wie wir helfen können.

Erfahrungen & Bewertungen zu MEDI-CENTER Mittelrhein GmbH