Richtig gehen mit dem Rollator – Tipps für mehr Sicherheit im Alltag
Ein Rollator gibt Ihnen Sicherheit zurück – beim Einkaufen, beim Spaziergang oder zu Hause. Aber nur, wenn er richtig eingestellt ist und Sie wissen, wie Sie ihn optimal nutzen. Denn ein falsch eingestellter oder falsch benutzter Rollator kann sogar das Sturzrisiko erhöhen.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Rollator richtig einstellen, sicher damit gehen und typische Fehler vermeiden – für mehr Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag.
Den Rollator richtig einstellen
Bevor Sie losgehen, muss Ihr Rollator auf Ihre Körpergröße eingestellt sein. Eine falsche Höhe führt zu Fehlhaltung, Rückenschmerzen und unsicherem Gang.
Griffhöhe einstellen
Stellen Sie sich aufrecht hinter den Rollator, lassen Sie Ihre Arme locker hängen und kontrollieren Sie: Die Griffe sollten auf Handgelenkshöhe sein. Wenn Sie die Griffe umfassen, sollten Ihre Ellbogen leicht gebeugt sein – etwa 15 bis 20 Grad.
- Griffe zu hoch → Sie ziehen die Schultern hoch, verkrampfen und ermüden schnell
- Griffe zu niedrig → Sie beugen sich nach vorne, belasten den Rücken und verlieren die Balance
Tipp: Lassen Sie die Griffhöhe von unseren Fachkräften einstellen – bei der Übergabe in unseren Sanitätshäusern machen wir das automatisch für Sie.
Bremsen prüfen
Vor jeder Nutzung kurz kontrollieren:
- Greifen die Bremsen zuverlässig?
- Ist die Feststellbremse fest genug, sodass der Rollator beim Hinsetzen nicht wegrollt?
- Sind die Bremsseile intakt und nicht ausgefranst?
Die richtige Gehtechnik
Viele Rollator-Nutzer machen unbewusst Fehler beim Gehen, die den Gang unsicher machen. Mit der richtigen Technik gehen Sie sicher und entspannt:
Aufrecht stehen
Stehen Sie aufrecht im Rollator – nicht dahinter. Ihr Körper sollte sich zwischen den Hinterrädern befinden, nicht hinter dem Rollator. Viele Nutzer laufen zu weit hinter dem Gerät und beugen sich nach vorne – das ist die häufigste Fehlerquelle.
Nah am Rollator gehen
Gehen Sie dicht am Rollator. Ihr Bauch sollte fast die Querstrebe berühren. Wenn zwischen Ihnen und dem Rollator ein großer Abstand ist, verlagern Sie Ihr Gewicht nach vorne und riskieren einen Sturz.
Normale Schritte machen
Machen Sie normale, gleichmäßige Schritte – nicht trippeln. Kleine, hastige Schritte machen den Gang unsicher. Setzen Sie die Füße bewusst ab, Ferse zuerst, dann abrollen.
Nach vorne schauen
Schauen Sie nach vorne, nicht auf Ihre Füße oder den Boden direkt vor dem Rollator. Ihr Blick sollte einige Meter voraus sein – so erkennen Sie Hindernisse rechtzeitig.
Hinsetzen und Aufstehen mit dem Rollator
Hinsetzen
- Gehen Sie rückwärts an den Stuhl heran, bis Sie die Sitzkante an den Beinen spüren
- Feststellbremse anziehen
- Beide Hände auf die Armlehnen des Stuhls stützen – nicht auf den Rollator!
- Langsam hinsetzen
Aufstehen
- Rollator vor sich positionieren, Feststellbremse angezogen
- Zur Stuhlkante vorrutschen
- Mit beiden Händen auf die Armlehnen stützen und aufstehen
- Erst wenn Sie sicher stehen, die Griffe des Rollators greifen
- Feststellbremse lösen und losgehen
Wichtig: Stützen Sie sich zum Hinsetzen und Aufstehen niemals auf den Rollator – er könnte wegrollen, selbst mit angezogener Bremse.
Rollator im Alltag: Drinnen und draußen
In der Wohnung
- Entfernen Sie Teppiche und Läufer aus den Laufwegen – sie können sich unter den Rädern verheddern
- Sorgen Sie für ausreichend Platz zum Wenden (mind. 1,50 m Durchmesser)
- Für enge Räume gibt es schmale Indoor-Rollatoren – wir beraten Sie gerne
- Türschwellen überfahren: Frontal anfahren, ankippen und langsam überrollen
Draußen und auf der Straße
- Bordsteinkanten: Frontal anfahren, Ankipphilfe nutzen (mit dem Fuß auf den Bügel treten), Vorderräder anheben und auf den Bordstein setzen. Dann nachschieben.
- Gefälle: Bremsen leicht anziehen und langsam gehen. Niemals den Rollator loslassen.
- Regen und Nässe: Nasse Böden sind rutschig. Langsamer gehen und Bremsen häufiger einsetzen.
- Kopfsteinpflaster: Große Räder und Luftbereifung rollen besser über unebene Böden.
Öffentliche Verkehrsmittel
- Rollator zusammenklappen, wenn möglich
- Im Bus: Rollator in den Behindertenbereich stellen und festhalten
- Beim Ein- und Aussteigen: Feststellbremse anziehen, sich am Haltegriff festhalten, den Rollator erst danach nachziehen
Im Auto
- Rollator zusammenklappen und im Kofferraum verstauen
- Leichtgewichtrollatoren (unter 7 kg) lassen sich einfacher heben
- Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Rollator zusammengeklappt in Ihren Kofferraum passt
Typische Fehler vermeiden
- Zu weit hinter dem Rollator gehen → Oberkörper nach vorne gebeugt, Sturzgefahr. Lösung: Im Rollator stehen, nicht dahinter.
- Zu schwer beladen → Maximal 5 kg im Korb. Keine Taschen an die Griffe hängen – verändert den Schwerpunkt.
- Feststellbremse vergessen → Beim Hinsetzen, Aufstehen und Stehen immer die Feststellbremse anziehen.
- Falsche Schuhe → Festes, geschlossenes Schuhwerk mit rutschfester Sohle. Keine offenen Pantoffeln oder Sandalen.
- Rollator nicht warten lassen → Bremsen, Räder und Schrauben regelmäßig prüfen. Wir bieten Wartung und Reparatur an.
Den richtigen Rollator finden
Nicht jeder Rollator passt zu jedem Menschen. Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Gewicht – Leichtgewichtrollatoren (unter 7 kg) sind einfacher zu handhaben und zu transportieren
- Falttechnik – Wie kompakt lässt er sich zusammenklappen? Passt er in Ihr Auto?
- Räder – Große Räder für draußen, kleine Räder für drinnen. Luftbereifung für unebene Böden.
- Bremsen – Leichtgängig und sicher. Bei eingeschränkter Handkraft gibt es spezielle Bremssysteme.
- Zubehör – Korb, Rückengurt, Tablett, Stockhalter – je nach Bedarf
- Sicherheit – TÜV-geprüft, GS-Zeichen, stabile Verarbeitung
In unseren Sanitätshäusern können Sie verschiedene Modelle testen. Wir stellen den Rollator auf Ihre Körpergröße ein und zeigen Ihnen die richtige Handhabung.
Kostenübernahme
Rollatoren sind anerkannte Hilfsmittel. Mit einem Rezept Ihres Arztes übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Standardmodell. Sie zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 €.
Für Premium-Modelle mit Extras (Leichtgewicht, spezielle Bremsen, Design) fällt eine wirtschaftliche Aufzahlung an. Wir beraten Sie transparent zu den Kosten und Möglichkeiten.
Wartung und Service
Wie jedes Hilfsmittel braucht auch ein Rollator regelmäßige Pflege:
- Bremsen alle 6 Monate prüfen lassen
- Räder auf Verschleiß kontrollieren
- Schrauben und Verbindungen nachziehen
- Griffe auf Risse prüfen
Wir übernehmen Wartung und Reparaturen für alle bei uns bezogenen Rollatoren – kommen Sie einfach vorbei.
Weitere Tipps
Auf unserer Website finden Sie ergänzende Informationen zur Rollator-Nutzung:
Häufige Fragen zum Rollator
Wie stelle ich die richtige Griffhöhe ein?
Stellen Sie sich aufrecht hinter den Rollator und lassen Sie die Arme hängen. Die Griffe sollten auf Handgelenkshöhe sein. Wenn Sie die Griffe umfassen, sollten Ihre Ellbogen leicht gebeugt sein (15–20 Grad). Bei der Übergabe in unseren Sanitätshäusern stellen wir die Höhe für Sie ein.
Darf ich meinen Rollator im Bus mitnehmen?
Ja, Rollatoren dürfen in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden. Stellen Sie den Rollator im Behindertenbereich ab und ziehen Sie die Feststellbremse an. Beim Ein- und Aussteigen halten Sie sich am Haltegriff fest.
Wie schwer darf ich den Rollator-Korb beladen?
Maximal 5 kg. Hängen Sie keine Taschen an die Griffe – das verändert den Schwerpunkt und kann dazu führen, dass der Rollator nach hinten kippt.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja, mit einem ärztlichen Rezept übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Standardmodell. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt maximal 10 €. Für Premium-Modelle fällt eine wirtschaftliche Aufzahlung an.
Wie oft sollte der Rollator gewartet werden?
Wir empfehlen eine Wartung alle 6 bis 12 Monate – je nach Nutzungsintensität. Bremsen, Räder und Schraubverbindungen sollten regelmäßig geprüft werden. Kommen Sie einfach in eines unserer Sanitätshäuser.
Brauche ich drinnen und draußen verschiedene Rollatoren?
Nicht unbedingt. Viele Modelle eignen sich für beides. Für sehr enge Wohnungen gibt es schmale Indoor-Rollatoren, für unebene Wege draußen Modelle mit größeren Rädern. Wir beraten Sie zur besten Lösung für Ihren Alltag.
Gibt es Rollator-Sicherheitstrainings?
Ja, viele Städte und Organisationen bieten Rollator-Sicherheitstrainings an. Fragen Sie bei uns oder bei Ihrer örtlichen Polizei nach aktuellen Angeboten in Koblenz und der Region.
