Lipödem erkennen und behandeln
Schwere, schmerzende Beine, die trotz Sport und Diät nicht schlanker werden. Blaue Flecken bei der kleinsten Berührung. Das Gefühl, dass niemand versteht, was mit dem eigenen Körper passiert. Für viele Frauen ist das Alltag – oft jahrelang, bevor die Diagnose Lipödem gestellt wird.
In diesem Ratgeber erklären wir, was ein Lipödem ist, wie Sie es erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Je früher die richtige Therapie beginnt, desto besser lassen sich die Beschwerden lindern.
Was ist ein Lipödem?
Das Lipödem ist eine chronische, symmetrische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Dabei vermehrt sich das Unterhautfettgewebe an Beinen und oft auch an Armen krankhaft – unabhängig von Ernährung oder Bewegung.
Das Lipödem ist keine Folge von Übergewicht. Es ist eine eigenständige Erkrankung, die hormonell beeinflusst wird und häufig in Phasen hormoneller Veränderung auftritt: in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.
Wie erkenne ich ein Lipödem?
Typische Anzeichen eines Lipödems:
- Symmetrische Fettansammlungen an beiden Beinen (und/oder Armen), während Hände und Füße schlank bleiben
- Druckschmerz und Berührungsempfindlichkeit – schon leichter Druck tut weh
- Neigung zu blauen Flecken ohne erkennbaren Grund
- Schweregefühl in den Beinen, besonders abends oder nach langem Stehen
- Diäten und Sport zeigen keine Wirkung an den betroffenen Stellen
- Orangenhaut-artige Oberfläche – unebene, knotige Hautstruktur
Ein charakteristisches Merkmal: Die Fettverteilung endet oft abrupt am Knöchel – der sogenannte „Krageneffekt". Die Füße selbst bleiben schlank.
Die drei Stadien des Lipödems
Stadium 1 – Beginn
Die Hautoberfläche ist noch glatt, das Unterhautgewebe ist verdickt und knotig tastbar. Druckschmerz und Neigung zu Hämatomen sind bereits vorhanden.
Stadium 2 – Fortschreiten
Größere, unregelmäßige Knoten bilden sich im Fettgewebe. Die Haut wird welliger und unebener. Die Schmerzen nehmen zu.
Stadium 3 – Ausgeprägt
Das Gewebe ist stark vermehrt und verhärtet. Große Fettlappen und -wülste können entstehen, die die Beweglichkeit einschränken. Die Belastung im Alltag ist erheblich.
In jedem Stadium ist eine konsequente Therapie wichtig, um das Fortschreiten zu bremsen.
Wie wird ein Lipödem behandelt?
Kompressionsversorgung
Medizinische Flachstrick-Kompressionsstrümpfe sind das wichtigste Hilfsmittel bei Lipödem. Sie geben dem Gewebe Form und Halt, reduzieren Schmerzen und bremsen das Fortschreiten. Flachstrick ist dabei entscheidend – Rundstrick reicht bei Lipödem nicht aus.
Bei KRIEGER fertigen wir Ihre Flachstrick-Kompression nach bis zu 30 Einzelmaßen pro Bein – individuell auf Ihren Körper abgestimmt. In einer großen Auswahl an Farben und Designs.
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Manuelle Lymphdrainage (MLD)
Die Lymphdrainage unterstützt den Abtransport von Gewebsflüssigkeit und reduziert Schwellungen. Sie wird von spezialisierten Physiotherapeuten durchgeführt – regelmäßig und langfristig.
Bewegung
Sport und Bewegung sind bei Lipödem ausdrücklich empfohlen – am besten gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Aqua-Fitness. Wichtig: Immer mit Kompression trainieren.
Hautpflege
Die Haut bei Lipödem ist oft empfindlich und trocken. Spezielle lymphologische Hautpflege schützt und pflegt die beanspruchte Haut.
Operative Therapie
Bei ausgeprägtem Lipödem kann eine Liposuktion (Fettabsaugung) in Betracht kommen. Dabei wird das krankhaft vermehrte Fettgewebe schonend entfernt. Die Liposuktion wird seit 2024 unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Auch nach einer OP bleibt die Kompressionsversorgung ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge.
Lipödem oder Lymphödem – was ist der Unterschied?
Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung. Das Fettgewebe selbst ist krankhaft vermehrt. Die Schwellung ist symmetrisch und betrifft nicht die Füße.
Lymphödem ist eine Störung des Lymphsystems. Gewebsflüssigkeit kann nicht ausreichend abtransportiert werden. Die Schwellung kann auch Füße und Zehen betreffen und ist oft einseitig.
Beide Erkrankungen können auch kombiniert auftreten – dann spricht man von einem Lipo-Lymphödem. Die richtige Diagnose ist entscheidend für die passende Therapie.
Sie sind nicht allein
Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 3,8 Millionen Frauen vom Lipödem betroffen – viele davon ohne Diagnose. Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennen, sprechen Sie Ihren Arzt an. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann Ihre Lebensqualität deutlich verbessern.
Ihre Kompressionsversorgung bei KRIEGER
Unsere zertifizierten Fachberater in Koblenz und Mayen sind auf die Versorgung bei Lipödem spezialisiert. Wir nehmen uns die Zeit, die eine gute Versorgung braucht:
- Ausführliche Beratung zu Ihrer individuellen Situation
- Sorgfältige Vermessung mit bis zu 30 Einzelmaßen pro Bein
- Flachstrick-Maßanfertigung in vielen Farben und Designs
- Einweisung in das An- und Ausziehen inkl. Hilfsmittel
- Neuversorgung alle 6 Monate
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Häufige Fragen zum Lipödem
Ist Lipödem heilbar?
Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die nicht vollständig geheilt werden kann. Mit der richtigen Therapie – insbesondere konsequenter Kompression und Bewegung – lassen sich die Beschwerden jedoch deutlich lindern und das Fortschreiten bremsen. Eine Liposuktion kann das krankhaft vermehrte Fettgewebe dauerhaft entfernen.
Welcher Arzt diagnostiziert ein Lipödem?
Die Diagnose wird in der Regel von einem Phlebologen (Venenspezialisten), Lymphologen oder einem erfahrenen Hausarzt gestellt. Ein Ultraschall der Beine kann helfen, andere Ursachen auszuschließen.
Warum Flachstrick und nicht Rundstrick?
Flachstrick-Kompressionsstrümpfe sind formgebend und verhindern, dass sich das Gewebe in die Maschen drückt. Rundstrick-Strümpfe können bei Lipödem einschneiden und das Gewebe einschnüren. Deshalb ist Flachstrick bei Lipödem der medizinische Standard.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kompressionsstrümpfe?
Ja, mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Flachstrick-Kompressionsstrümpfe. Sie haben in der Regel alle 6 Monate Anspruch auf eine Neuversorgung mit zwei Paar. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt maximal 10 € pro Verordnung.
Übernimmt die Krankenkasse eine Liposuktion bei Lipödem?
Seit Januar 2024 wird die Liposuktion bei Lipödem ab Stadium 3 unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für Stadium 1 und 2 läuft derzeit eine Erprobungsstudie. Ihr Arzt kann Sie zu den aktuellen Regelungen beraten.
Kann ich mit Lipödem Sport machen?
Ja, Sport ist sogar ausdrücklich empfohlen. Besonders gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aqua-Fitness, Radfahren oder Walking eignen sich gut. Wichtig: Tragen Sie beim Sport immer Ihre Kompressionsversorgung. Wir beraten Sie gerne zu passenden Sportkompressionsstrümpfen.
Wie oft muss ich zur Kompressionsversorgung?
Für die Erstversorgung planen wir ca. 45 bis 60 Minuten ein. Die Vermessung erfolgt idealerweise morgens oder nach einer Lymphdrainage. Alle 6 Monate haben Sie Anspruch auf neue Strümpfe – wir erinnern Sie rechtzeitig.
